Musizieren beflügelt

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Fragen und Antworten

An dieser Stelle werde ich  versuchen, nach und nach Fragen zu beantworten, die an mich herangetragen werden und vielleicht mehrere interessieren könnten.

Frage: Ist das Modell und die Klangqualität des Instrumentes wichtig für den Erfolg des Klavierunterrichtes?

Für den Erfolg des Klavierunterrichtes spielt auch die emotionale (Klang-)Qualität des Instrumentes und sein technischer Zustand eine sehr wichtige, bisweilen eine ausschlaggebende Rolle.
An der falschen Stelle gespart können einige Zeit später die finanziellen und wirtschaftlichen Folgen eines nicht erfolgreichen Klavierunterrichtes bedeutsam sein.

Frage: Digitalpiano oder 'richtiges' Klavier?

'Richtige' Klaviere sind sie beide, deshalb lässt sich diese Frage nicht gleich oder schnell oder einfach beantworten.

Das Klavierangebot der verschiedenen Hersteller ist so bunt, so vielschichtig und so vielseitig wie die vielen Gattungen der Klaviermusik selbst oder wie die vielen Art und Weisen das Klavier zu spielen.
Deshalb muss jeder Klavieranfänger - und bei Kindern die Erziehungsberechtigten mit diesen gemeinsam - zu Beginn klären, welche Art, welche Gattung der Klaviermusik sie oder er spielen wollen und welche Ziele, welche Ergebnisse sie/er möglicherweise erreichen will.

Wer überwiegend Pop- oder Rockmusik spielen will, der kommt an einem Digitalpiano - auch als Zweitpiano - fast nicht vorbei, denn es hat in jedem Fall einen MIDI-Anschluss.
Und den braucht man z. B., wenn man auch mit einer Workstation oder mit einem Sequenzer zusammenarbeiten will.
Wer jedoch eher Bach, Beethoven, Chopin, Brahms oder Mozart spielen möchte, der sollte sich vielleicht eher die Anschaffung eines akustischen Klaviers zum Langzeitziel machen.
Aber auch die finanziellen Fragen könnten der Anschaffung eines Klavieres Grenzen setzen, denn um anspruchsvolle Klangvorstellungen wiedergeben zu können, kommt man an einer gewissen Größe des Resonanzbodens nicht vorbei: So kann ein großes Klavier einem Stutzflügel nicht selten durchaus weit überlegen sein.

Und dann kommen auch schon die nächsten Überlegungen, denn Klavier ist nicht gleich Klavier - Digitalpiano nicht gleich Digitalpiano.
Möchte ich ein preiswertes oder ein billiges Klavier anschaffen?
Wo befindet sich der Aufstellungsort für das Klavier?
In einem Mietshaus? In einem eigenen Haus? Sind die Hausbewohner tolerant?
Welche Vorgaben macht die Hausordnung, was 'sagen' die Nachbarn zu meinem Klavierspiel in der alltäglichen Begegnung (Bilde ich mit ihnen doch zwangsläufig eine 'Mietshaus-Sozietät')?
Gibt es Probleme mit der Trockenheit oder gar mit der Feuchtigkeit?
Welche Ansprüche stellt der Erwerber an den Klang, an die Möglichkeiten der Klanggestaltung, an den Anschlag, an die Haltbarkeit seines neuen Instrumentes?
Zu welcher Qualitätsklasse gehört dann letztlich das Digitalpiano oder das herkömmliche Klavier, das am Ende alle Erwartungen des Erwerbers zu erfüllen vermag?
Welche Vor- oder Nachteile hat das herkömmliche Klavier gegenüber dem Digitalpiano?
Welche Vor- oder Nachteile hat das Digitalpiano gegenüber dem herkömmlichen Klavier?
Ist das Digitalpiano nicht doch die bessere Alternative zu einem herkömmlichen Billigklavier aus dem Fernen Osten vorzuziehen?
Diese und viele andere Fragen stellen sich unweigerlich auf dem Unterwegs zum neuen Klavier - ob Digitalpiano oder herkömmliches Klavier.

Ich selbst will einer persönlichen Antwort aber auch nicht aus dem Wege gehen:
Ich selbst arbeite sowohl an einem Digitalpiano als auch an einem herkömmlichen Klavier. Ich übe sehr viel auf dem Digitalpiano um andere nicht zu stören, aber ich spiele viel lieber auf meinem Klavier in herkömmlicher Bauart.

Frage: In welchem Alter kann man oder sollte man mit dem Klavierunterricht beginnen?

Nicht wenige Pädagogen sind gegen einen Frühinstrumentalunterricht, auch am Klavier.
Ihre häufigste Argumentation lautet, dass ein elfjähriger Klavierschüler innerhalb von 3 Jahren das gleiche erreichen kann wie ein sechs- oder siebenjähriger Anfänger in sechs Jahren.
Das stimmt, aber die Erfahrungen zeigen auch, dass für einen Schüler ein möglichst früher Beginn mit dem Klavierunterricht dagegen sehr große Vorteile hat:

Die viel beschriebene und benannte Pubertät ist einer der essentiellen Marksteine im Leben eines Menschen. (Wir wissen es alle und vergessen es oft - ich auch.)
In diesem Alter treffen junge, zu Erwachsenen werden wollende und werdende Menschen wichtige, grundlegende Entscheidungen für ihr (späteres) Leben.
Und diese jungen Erwachsenen treffen ihre Entscheidungen autonom aber nicht rationell sondern emotional sowie aufgrund ihrer bisherigen Lebenserfahrungen. Nicht von ungefähr verzeichnen sowohl die Musikschulen als auch die freischaffenden Instrumentalpädagogen in dieser Altersgruppe die meisten Abmeldungen.
Dies bedeutet: Mit dem Eintritt in die Generation der Heranwachsenden (das konkrete Alter ist individuell unterschiedlich) sollte der junge Erwachsene bereits über umfangreiche Erfahrungen auf dem Klavier erfahren haben, um sich dann für oder gegen das Klavier, für oder gegen ein (anderes) Instrument entscheiden zu können.
In diesem Alter sollte er in der Lage sein, verschiedene Gattungen der Klaviermusik künstlerisch eigenständig gestalten zu können. - Ein sechs- oder siebenjähriger Anfänger hat hierfür reichlich fünf oder sechs Jahre Zeit, während einem Neun- oder Zehnjährigen je nach Entwicklungsgeschwindigkeit und je nach persönlicher Disposition nur noch zwei bis drei Jahre bleiben, um dieses Ziel zu erreichen - Dies ist einer der wichtigen Aspekte, der für einen frühen Beginn spricht.

Aber es gibt einen zweiten: Viele Kinder wechseln in der Regel nach der vierten Klasse zu einer weiterführenden Schule.
Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, neue Eindrücke stürzen auf den Schüler ein, eine neue Schulwelt tut sich auf. In dieser Situation ist es von großen Vorteil, wenn ein Schüler in dieser Situation die Eingewöhnungsphase abgeschlossen hat und mit seinem Musikinstrument bereits innerlich verbunden ist.

Und eine dritte Überlegung: Viele, vermutlich hochmotivierte, leistungsbereite Schüler scheitern an der Höheren Schule, weil sie zu wenig die Technik des Konzentrierens und des komplexen Arbeitens beherrschen. - Im früh begonnenen Instrumentalunterricht können sich die Schülerinnen und Schüler diese Kulturtechniken (Konzentration und Aufmerksamkeit) langsam, schrittweise und ohne die Gefahr des 'Sitzenbleibens' und ohne Lernstress verfügbar machen.
D.h., unter Bildungsaspekten ist ein früher Beginn unbedingt angeraten. Wohl dem also, der in der vorausgehenden Grundschule das Lernen gelernt und erlernt:
Gerade das Klavier und der Klavierunterricht sind erfolgreiche Wege, um das Lernen zu erlernen.


Zudem eine vierte Überlegung, auf die empirische Erhebungen hinweisen: Instrumentalschüler lernen Sprachen schneller, denn der Instrumentalunterricht hat ihre auditive Wahrnehmung bereits intensiv ausgebildet.
Instrumentalschüler lernen in  der Allgemeinbildenden Schule schneller, weil sie durch einen effizienten Klavierunterricht in der Regel ihre eigene Lerntechniken und Lernlogistiken bereits intensiv ausgebildet ausgebildet haben.
Früh startende instrumentalschüler haben ein gesichertes und bereits ausgeprägtes Potential an Aufmerksamkeit und Konzentration.

Es gibt also viele gute Argumente für einen frühen Beginn - aber  letztlich nichts, was wirklich und überzeugend dagegen spräche.

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Frage:  Worauf sollte man bei der Auswahl einer Klavierlehrerin, eines Klavierlehrers achten?

Der Erfolg oder Misserfolg des Klavierunterrichtes hängt ja von vielen Faktoren ab, einige wurden hier schon benannt.
Zu diesen Faktoren gehört gleich 'in der ersten Reihe' auch der emotionale Konsens zwischen Schüler, Lehrer und Elternhaus oder Lebensgemeinschaft.
Denn wenn dieser Grundkonsens nicht vorhanden ist, dann werden sich sehr viele Hindernisse auf dem Weg zum Erfolg in den Weg (zum Erfolg) stellen.

Neben diesem emotionalen Konsens unter allen Beteiligten geht es auch um diese Fragen:
Wie steht es um die personale, künstlerische und instrumentalpädagogische Kompetenz der Lehrkraft? (Mitglied im Berufsverband DTKV kann nur werden, wer die  musikpädagogische und klavieristische Fachkompetenz durch entsprechende Examina zuvor belastbar nachgewiesen hat.)
Wie definiert jeder der Beteiligten - Lehrkräfte wie Erziehungsberechtigte und Schüler - den Leistungsbegriff, den Erfolgsbegriff, den Übe-Begriff, den Kulturbegriff, den Bildungsbegriff?
Wie definiert jeder der Beteiligten für sich seine individuelle Disposition zum Gegenstand MUSIK im Fadenkreuz der vielseitigen und vielschichtigen musikalischen Gattungen?
Wie steht es um die persönliche emanzipatorische Disposition eines jeden Beteiligten zu den verschiedenen musikalischen Gattungen, zu den Medien und zur Gesellschaft?
Wie ist die Lehrkraft methodisch-didaktisch disponiert, und welche Erwartungen haben Schüler und Eltern an die Lehrkraft?
Welche altersbezogenen methodisch-didaktischen Wege - welche Unterrichtsgegenstände - hat sich eine Lehrkraft aktiv verfügbar gemacht?

Will, kann die Lehrkraft die Erwartungen der Schüler/Eltern erfüllen?

Aber: Welche Erwartungen hat die Lehrkaft an die Schülerin, an den Schüler?
Will, kann die Schülerin, der Schüler die Erwartungen der Lehrkraft erfüllen?
Ein ganzheitlicher Konsenz aller Beteiligten ist deshalb zwingend, ein intensiver Schüler-Lehrer-Eltern-Kontakt deshalb unausweichlich, unverzichtbar. - Wer die Wahl hat, der hat auch die 'Qual' der Wahl - Lehrkräfte wie Erziehungsberechtigte und Schüler.

Empathie sowie soziale, emotionale und spirituelle Kompetenzen sind deshalb unverzichtbar.

Frage: Sollten Eltern, Familien, Lebensgemeinschaften gemeinsam mit ihren Kindern das Klavierspiel erlernen?

Alle Erfahrungen zeigen, dass die interfamiliäre Einbindung für die musikalische bzw. musikantische Entwicklung eines Kindes von ganz entscheidender Bedeutung ist:
Diese interfamiliäre Integration bildet einen ganz wesentlichen Hintergrund für den erfolgreichen Klavierunterricht.
Lebensgemeinschaften, Familien, Eltern, Erzieher, die selbst mit Freuden Musik ausüben, musizieren, sind ein guter Humusboden für einen erfolgreichen Klavierunterricht.
Und: das gemeinsame häusliche Musizieren kann dem Familienleben, dem Leben in Gemeinschaft eine ganz neue, ganz wesentliche Gestalt geben.
Leider gibt es bisher noch keine empirischen Erhebungen über die Konfliktfähigkeit von Lebensgemeinschaften, in denen gemeinsam musiziert und in denen nicht gemeinsam musiziert wird.

Frage: Wie können Eltern/Familien, Lebensgemeinschaften ihre Kinder beim Klavierüben unterstützen?

Nicht nur die Eltern, die ganze Familie, die ganze Lebensgemeinschaft sind die wichtigste Animationen einer Klavierschülerin bzw. eines Klavierschülers. Ihre Unterstützung ist daher von ganz besonderer Bedeutung.
An erster Stelle steht der Kontakt zwischen der Klavier-Lehrkraft und der Lebensgemeinschaft, der Familie, dem Elternhaus. Man sollte in ständigem Kontakt zueinander stehen, auch wenn es keinen aktuellen Anlass gibt.
Aber auch die Erziehungsberechtigten, die Familie, die ganze Lebensgemeinschaft sollten sich für die Ausbildung interessieren, sollten für sich ihren Standort zur Musik, zur Kunst und zur Kultur klären. Man sollte über Musik, über Kunst und Kultur(en) gemeinsam reden, in der gemeinsamen Freizeit auch Museen, Theater, Ausstellungen, Konzerte gemeinsam besuchen.
Und das traditionelle Klavier sollte übrigens regelmäßig - mindestens 1x im Jahr - gestimmt werden.

Frage: Sollten Kinder neben dem Klavier noch ein zweites Instrument erlernen?

Es kommt ganz auf das Alter, die individuelle Disposition und auf die persönliche Leistungsbereitschaft jedes einzelnen Kindes an. Vor allem für Kinder unter 9 Jahren kann ich - wenn die Gesamtsituation es zulässt - ein zweites Musikinstrument nur empfehlen, wenn dieses Instrument ein Melodie-Instrument ist, z. B. das Violoncello oder Klarinette oder das Horn.
Vom (Electronic) Keyboard und jedem anderen Tasteninstrument als Zweitinstrument kann ich dagegen - von Ausnahmen einmal abgesehen - nur dringend abraten, solange die Klavierausbildung nicht das Mittelstufen-Stadium erreicht hat.
Davon unabhängig kann ein zweites Musikinstrument den Klavierunterricht besonders dann sehr befruchten, wenn es sich um ein Melodie-Instrument in der tiefen Lage oder in der Mittellage handelt, z.B. Violoncello oder Klarinette oder Viola handelt.
Also: nur Mut zu einem zweiten Instrument.

Mein Unterrichtsangebot:
- Individueller, personenzentrierter Klavierunterricht
  auf Wunsch ergänzbar um die Bereiche
  - Musiktheorie/Musiklehre
  - Liedbegleitung
  - Klavier-Improvisation



Meine neue Internetpräsenz ist fertig.
Sie lautet: http://www.Guenter-Kaluza.de
Wegen der sehr hohen Besucherzahlen bleibt die Präsenz http://www.GKaluza.de in ihrer mittlerweile historischen Fassung vorerst auch weiterhin bestehen.

Wer Anleitungen für den Wiedereinsteig sucht, der wird Vieles unter
www.befluegelt.eu finden.

Wer einen Lehrgang für Jugendliche und  Erwachsene sucht, dem empfehle ich:
www.einfach-Klavierspielen.eu

Und wer leichte bis schwere Ragtime-Fassungen für Klavier als Einzelausgaben sucht,
der findet sie im Internetportal www.Edition-Emma.MusicaNeo.com von Johannes Apfelroth - leider noch ohne Fingersätze.





Email: GKaluza [at] Piano77.de


Mitglied im Berufsverband DTKV (Deutscher Tonkünstlerverband),
Landesverband Berlin

Mitglied der GEMA,
Mitglied der VG Musikedition



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